
An der Oberschule in den Sandwehen hat sich in den letzten Jahren ein bemerkenswertes Projekt entwickelt: die Schulhausromane. In Zusammenarbeit mit dem Bremer Literaturhaus wurden bereits sieben solcher Romane verfasst, wobei der neueste von der Klasse 9e stammt. Die offizielle Buchvorstellung fand in der Bücherei Blumenthal statt, auf Einladung der ehrenamtlichen Mitarbeiterin Christiane Meyer.
Diese Buchvorstellung war nicht nur ein formeller Anlass, sondern ein lebendiges Ereignis. Die Schüler präsentierten ihre Geschichte, die mit dem skurrilen Element begann, dass Schüler ihre Haustiere in den Unterricht mitbringen durften. Was zunächst harmlos erschien, entwickelte sich schnell zu einem chaotischen Abenteuer. Mehrere Tiere entfleuchten, und ein Mädchen wurde von einem Kaninchen gebissen, welches zuvor selbst von einer Schlange verletzt worden war. Diese absurde Kette von Ereignissen führte dazu, dass das Mädchen sich infizierte und ihre Mitschüler ebenfalls zu beißen begannen. Eine andere Schülerin blieb während des Chaos ahnungslos, da sie auf der Toilette in ihr Handy vertieft war.
Ein kreatives Gemeinschaftsprojekt
Die Lesung wurde durch effektvolle Darbietungen und Geräusche lebendig gestaltet. Der Spannungsbogen der Geschichte wurde so aufgebaut, dass die Lesung an einem aufregenden Punkt endete, ohne dass die Schüler verrieten, wie die Geschichte weitergeht. Diese kreative Arbeit ist das Resultat monatelanger Zusammenarbeit der Schüler mit ihren Lehrern Max Reuter-Pieper und Katharina Moussalli. Begleitet wurden sie von Dr. Ian Watson, einem Schriftsteller, der die Schreibgruppen koordinierte und den Jugendlichen kreative Ratschläge gab.
Die Oberschule in den Sandwehen hat sich als ein Ort hervorgetan, an dem viele verschiedene Kulturen aufeinandertreffen. Dies trägt zur Attraktivität des Literaturprofils für die Schüler bei. Auch die stellvertretende Schulleiterin Andrea Merrath hob die festliche Stimmung während der Buchvorstellung hervor. Unterstützt wurde das Projekt ideell und finanziell vom Beirat Blumenthal, der maßgeblich zur Realisierung dieser Unternehmung beiträgt.
Literarisches Erbe in Bremen
Die Schulhausromane sind nicht nur ein kreatives Projekt, sondern sie tragen auch zur Belebung des Titels „Literaturstadt Bremen“ bei. Interessierte können das Buch für fünf Euro erwerben, entweder über den Schünemann-Verlag oder direkt in der Bücherei. Das Literaturhaus Bremen hat, wie literaturhaus-bremen.de betont, zahlreiche solcher Schulhausromane initiiert, die vielfältige Themen ansprechen und auch soziale Fragestellungen behandeln.
Eine der vorherigen Veröffentlichungen trägt den Titel „Drogen. Tod. Schuljahr 2018/2019“ und wird von Feridun Zaimoglu, einem renommierten Autor, begleitet. In diesem Schulhausroman werden vier dialogische Szenen und eine Kurzgeschichte vorgestellt, die sich mit den Herausforderungen Jugendlicher in einem globalen Kontext beschäftigen. Unter anderem thematisiert die Geschichte Lillys Suche nach der Wahrheit über ihre familiären Wurzeln und die Gefahren, die damit verbunden sind.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Schulhausromane der Oberschule in den Sandwehen ein bemerkenswertes Beispiel für die Förderung von Kreativität und kulturellem Austausch unter Jugendlichen darstellen. Die Unterstützung durch die Gemeinde und die professionelle Begleitung von Schriftstellern sind wesentliche Elemente dieses Erfolges, der die nächste Generation von Lesern und Schriftstellern in Bremen prägen könnte, wie das-blv.de wiederholt unterstrichen hat.