
Im Bremer Stadtteil Blumenthal wird aktuell an einer bedeutenden Neugestaltung des Kämmereigeländes gearbeitet. Der Beirat beschäftigt sich intensiv mit den Plänen für eine neue Promenade, die eine zentrale Verbindung zur Bahrsplate herstellen soll. Stadtplaner Siegfried Hafke vom Bauamt Bremen Nord stellte dazu am 2. April 2025 die Details vor. Die Promenade wird eine Länge von bis zu 770 Metern haben und bietet Fußgängern sowie Radfahrern einen direkten Zugang zum Weserstrom.
Die Gestaltung der Promenade sieht eine Breite von acht Metern vor, mit Ausnahme eines Aussichtspunkts. Zudem werden entlang der Strecke 13 Betonsitzbänke installiert, die den Besuchern eine angenehme Möglichkeit bieten, die Aussicht zu genießen. Eine kleine Grünzone wird in diesem Bereich aufgrund von Hochwasserschutzmaßnahmen nicht entstehen, abgesehen von fünf Bäumen, die als Schattenspender fungieren sollen. Die Pflasterarbeiten auf der Promenade sollen in Kürze beginnen, mit einer geplanten Fertigstellung im Sommer 2026.
Hochwasserschutz und Bauarbeiten
Parallel zur Entwicklung der Promenade laufen seit einigen Wochen bereits die Baggerarbeiten für das Hochwasserschutzprojekt auf dem Woll-Kämmerei-Gelände. Dieses Projekt hat mit Kosten von rund 19 Millionen Euro und einer Länge der neuen Spundwand von knapp 1500 Metern die größte Dimension im Bremer Norden. Projektleiterin Nicole Raming erklärte, dass die Vorarbeiten vor allem das Bohren und Baggern umfassen, um verschiedene Hindernisse wie alte Rohre zu entfernen.
Die Verankerung der Spundwände soll durch innovative Schwingtechnik erfolgen, um Lärm und Erschütterungen während des Bauprozesses zu minimieren. Der zeitliche Rahmen sieht vor, dass die ersten Bohlen im Mai 2024 verankert werden, die letzten im Herbst 2024. Als Teil des Hochwasserschutzkonzepts wird ein Deichschart integriert, der es Fußgängern und Radfahrern ermöglichen soll, die Weser trockenen Fußes zu erreichen, solange keine Sturmflut droht.
Öffentlichkeitsbeteiligung und Ausblick
Um die Bürger in den Prozess einzubeziehen, findet am 4. April eine Öffentlichkeitsbeteiligung im Sanierungsbüro statt. Hier sollen die Pläne zur Verbindung der Grünanlagen mit dem Zentrum vorgestellt und diskutiert werden. Zudem ist ein Ideenwettbewerb zur Attraktivitätssteigerung des Areals geplant. Die Neugestaltung des Marktplatzes im Blumenthaler Zentrum wird ebenfalls vorangetrieben, wobei ein Landschaftsplanungsbüro mit den Arbeiten beauftragt wurde.
Der Beiratssprecher Marcus Pfeiff (SPD) ruft die Blumenthaler Bevölkerung zur aktiven Teilnahme an den Veranstaltungen auf, um die Projekte gemeinsam zu gestalten. Nächste Gelegenheit dazu gibt es am 12. Mai um 18.30 Uhr im Restaurant Pella (Rekumer Hof).
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Entwicklungen im Blumenthaler Stadtbild weitreichende Veränderungen mit sich bringen und sowohl den Hochwasserschutz als auch die Freiraumgestaltung in den kommenden Jahren prägen werden. Diese Maßnahmen sind Teil eines größeren Hochwasserschutzprojekts an der Weser, das bis 2030 abgeschlossen sein soll, und wird mit Gesamtkosten von rund 300 Millionen Euro veranschlagt.